Regest:
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Mainz, 1574.01.17 (Spieß). Paulus Renatus, alter Wirt zum Güldenen Hirsch, macht, schwachen Leibs und im Bett liegend, sein Testament: Er verzeiht Christen und Juden, die ihn (als getauften Juden) beleidigt, ob seines christlichen Glaubens verfolgt und ihm Uebles getan, und bittet selbst Gott um Verzeihung, daß er jemanden mit Worten und Werken erzürnt habe. Er besitzt 4 noch minderjährige Kinder (Jakob, Johann, Heinrich, Peter) aus seiner Ehe mit der + Katharina. Seine Tochter, die er noch im Judentum erworben und die sich mit ihm taufen ließ, hat Michel Rab, B. zu Frankfurt, geheiratet; sie ist schon tot, hat ihm aber ein Enkelkind Katharina hinterlassen. Tochter und Enkelkind hat er genugsam unterstützt. Dagegen vermacht er seinen eigenen Kindern aus 2. Ehe über das Rockenteil hinaus noch je 50 fl., zusammen 200 fl., einem jeden ein Bett mit Bettstatt und allem Zubehör, und zusammen 1000 fl., die seine + Frau von ihren beiden Brüdern und einer Schwester ererbt hat. Sei eigener Nachlaß samt 2 Gültbriefen zu 50 und 100 fl. Hauptgeld, die hinter dem Stadtrat zu Frankfurt liegen, worüber Herr Bonifaz Winneck, Prokurator daselbst, berichten wird, soll, in 5 gleiche Teile zerlegt, seinen Kindern und dem Enkelkind zufallen. Als Vormünder bestellt er die Schwager und Freunde Johann Reyman, B. zu Oppenheim, Peter Bucel und Bernhard Eger, Wirt zum Guldenen Hirsch. (Alles Geld in Frankfurter Währung). Z.: Velten Vil, Heinrich Boller, Seiler, Silvester Braun, Bäcker, Joachim Reitz, Best Kayser, Hans Ebbersheimer, Glaser, und Hans Bessert von Kreftelbach, Bäcker.
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